Flüssige, feste, rot oder blau, in der Tube oder als Schaum, die Seife kann nach Rosen oder Rosmarin duften, schäumt oder auch nicht und ist für wenig oder ganz viel Geld zu haben. Kernseife, Schmierseife, Arztseife, Gallseife, Leimseife, Rasierseife usw. So ein Angebot an diesem Kosmetikprodukt gibt es heute und ein Alltag ohne Seife ist  für uns gar nicht denkbar. Es war nicht immer so, denn Puder und Parfum wurde in der Zeit der Cholera  irrtümlich zur Hygiene benutzt, denn das Wasser und Seife als „Tor“ für den Erreger vermutet waren. Dennoch ist die Seife unser täglicher Begleiter seit Tausenden von Jahre und damit ein der ältesten Kosmetikprodukte überhaupt.

Die ersten möglichen Hinweise auf die Herstellung von Seife stammen aus Mesopotamien circa 3. Jahrtausend v. Chr. Auch der Papyrus Ebers, ein medizinisches Dokument aus altem Ägypten belegt, dass die Ägypter sich regelmäßig mit einem Gemisch aus tierischen oder pflanzlichen Fett und dem Mineral Trona gewaschen haben. In der Naturalis Historia  vom Plinio il Vecchio finden wir zum ersten Mal das Wort sapo als Vorbote für das  italienische Wort Sapone = Seife, wobei sie hier vorübergehen als Mittel zum Rotfärben der Haare gedacht war. Dia Araber waren die ersten, die die pflanzlichen Öle wie Olivenöl mit Natriumhydroxid für die „Verseifung“ benutzt haben.  Im 17. Jahrhundert war es der französische „Sonnenkönig“, der Ludwig IVX, der die besten Seifensieder nach Frankreich bestellt hat und damit der Trockenreinigung ein Ende setzte. Und das Reinheitsgebot für Seife, wo die hochwertige Seife mindestens 72% reines Öl enthalte verdanken wir auch dem „ le Roi-Soleil“. Und es war auch ein Franzose, der bei der Herstellung von Seife die Pottasche durch Soda ersetzt hat, wobei erst durch die Solvay Verfahren ist die Seife als  preiswertes Produkt für alle entstanden.

Die Art des Fettes, die für die Herstellung hergenommen wird ist für den Charakter der Seife essenziell. Die feine und noble Olivenseife schäumt nicht zu viel und respektiert auf Grund der langkettigen Ölsäure des Olivenöls maximal die Funktionen unsere Haut. 

Durch das Comeback zu natürlichen und ökologischen Schätzen erfreuen wir uns wieder mit Aleppo und Marseiller Seife unter der Dusche und lernen nochmals, dass die Qualität des Olivenöls auch hier eine entscheide Rolle spielt.